Was ist PSD2?
Das Richtlinie über Zahlungsdienste 2 (PSD2 – 2015/2366/EU) ist eine Verordnung, die Zahlungsdienste und -anbieter im Europäischen Wirtschaftsraum (EWR) überwacht. Sie zielt darauf ab, Wettbewerb, Innovation und Sicherheit in der Zahlungsbranche zu fördern. Sie baut auf der ursprünglichen Zahlungsdiensterichtlinie (PSD) auf und führt neue Regeln und Anforderungen ein, um die Effizienz und Sicherheit elektronischer Zahlungen zu verbessern.
Überblick über PSD2
- Recht: Richtlinie über Zahlungsdienste 2
- Region: Europäischer Wirtschaftsraum (EWR)
- Datum der Unterzeichnung: 08-10-2015
- Zuletzt geändert: 13-01-2018
- Industrie: Zahlungsdienstleister im EWR
Personenbezogene Daten im Rahmen der PSD2
Obwohl die Richtlinie sich auf die Regulierung von Zahlungsdiensten konzentriert, betrifft sie auch personenbezogene Daten, die bei diesen Transaktionen erhoben und verarbeitet werden. Hier ist eine Aufschlüsselung der Art personenbezogener Daten, die normalerweise unter PSD2 fallen:
- Kontoinformationen: Daten zum Zahlungskonto eines Benutzers, wie Kontonummer, IBAN (International Bank Account Number) und Name des Kontoinhabers.
- Transaktionsdaten: Details zu einer bestimmten Zahlungstransaktion, einschließlich Betrag, Datum, Informationen zum Zahlungsempfänger/Zahler und Händlerdetails (sofern verfügbar).
- Authentifizierungsdaten: Informationen, die für die von PSD2 vorgeschriebene starke Kundenauthentifizierung (SCA) verwendet werden. Dazu können Anmeldeinformationen, Einmalkennwörter oder biometrische Daten gehören (je nach Authentifizierungsmethode).
Es definiert „personenbezogene Daten“ nicht direkt, sondern stützt sich auf den bestehenden DSGVO-Rahmen. Dies bedeutet, dass Organisationen, die der PSD2 unterliegen, beim Umgang mit personenbezogenen Daten im Rahmen von Zahlungsdiensten auch die DSGVO-Grundsätze einhalten müssen. Dies gewährleistet Transparenz, Benutzerkontrolle und die rechtmäßige Verarbeitung personenbezogener Daten.
Schlüsselkomponenten der PSD2
- Stärkere Authentifizierung: Eine obligatorische Multi-Faktor-Authentifizierung (MFA) für Online-Zahlungen erhöht die Sicherheit.
- Offenes Banking: Die PSD2 betont das Konzept des „Open Banking“. Dies ermöglicht autorisierten Drittanbietern (TPPs) mit ausdrücklicher Zustimmung den Zugriff auf die Kontoinformationen eines Benutzers.
- Erweiterter Datenschutz: Es werden strenge Datensicherheitsmaßnahmen und die Kontrolle des Verbrauchers über die Datenfreigabe durchgesetzt.
Rechte unter der PSD2
PSD2 steht im Einklang mit der Allgemeine Datenschutzverordnung (GDPR/DSGVO), wobei Datenminimierung, Zweckbindung und Benutzereinwilligung im Vordergrund stehen. Verbraucher können auf ihre Zahlungsdaten zugreifen und diese korrigieren, der Datenverarbeitung und -übertragbarkeit widersprechen und klare Informationen zur Datennutzung und zum Zugriff Dritter erhalten.
Wer muss die PSD2-Vorgaben einhalten?
- Zahlungsdienstleister (PSPs): Banken, E-Geld-Institute, Zahlungsauslösedienstleister (PISPs) und Kontoinformationsdienstleister (AISPs).
- Händler: Akzeptieren von Online-Zahlungen im EWR.
Ausnahmen
Für Kleinstunternehmen mit sehr geringem Transaktionsvolumen gelten nur begrenzte Verpflichtungen und für bestimmte Zahlungsmethoden, wie etwa Prepaid-Karten mit eingeschränkter Funktionalität, gelten besondere Ausnahmen.
Bußgelder bei Nichteinhaltung
Die PSD2-Vorschriften sehen bei Nichteinhaltung hohe Strafen vor. Diese Geldbußen variieren je nach Schwere des Verstoßes und dem jeweiligen Mitgliedsstaat und können bis zu 5 Millionen Euro oder 3 % Ihres jährlichen weltweiten Umsatzes betragen, je nachdem, welcher Betrag höher ist.
Compliance-Behörde
Jeder Mitgliedstaat des Europäischen Wirtschaftsraums (EWR) verfügt über eine eigene nationale zuständige Behörde (NCA), die für die Überwachung und Durchsetzung der PSD2-Konformität in ihrem Zuständigkeitsbereich verantwortlich ist.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass das Verständnis und die Einhaltung der PSD2-Anforderungen für Finanzdienstleister von entscheidender Bedeutung sind. Durch den Einsatz von Datensicherheitslösungen wie Datenmaskierung und anderen fortschrittlichen Sicherheitsmaßnahmen können Unternehmen Compliance-Risiken mindern und höchste Datensicherheits- und Datenschutzstandards einhalten. Datenmaskierung könnte Unternehmen dabei helfen, gesetzliche Anforderungen zu erfüllen und gleichzeitig den Nutzen der Daten für legitime Geschäftszwecke zu bewahren, indem identifizierbare Daten durch fiktive oder verschleierte Werte ersetzt werden.
FAQ
Was ist PSD2 und worin besteht der Unterschied zu PSD?
PSD2, die zweite Zahlungsdiensterichtlinie, ist eine aktualisierte EU-Verordnung für Zahlungsdienste. Im Gegensatz zur PSD erstreckt sie sich über Banken hinaus auf Drittanbieter (TPPs) und fördert Wettbewerb, Innovation und Sicherheit in der Zahlungsbranche.
Warum wurde PSD2 eingeführt und was sind seine Hauptziele?
Ziel der Verordnung ist es, den Verbraucherschutz zu verbessern, Innovationen zu fördern und die Sicherheit elektronischer Zahlungen innerhalb der Europäischen Union zu erhöhen. Ziel ist es, einen stärker integrierten und wettbewerbsfähigen Zahlungsmarkt zu schaffen und gleichzeitig die Sicherheit von Transaktionen und Kundendaten zu gewährleisten.
Was sind die wichtigsten Bestimmungen der PSD2 hinsichtlich Sicherheit und Authentifizierung?
Die Verordnung schreibt eine starke Kundenauthentifizierung (SCA) für elektronische Zahlungen vor, um die Sicherheit zu erhöhen. Dies erfordert mindestens zwei unabhängige Faktoren: Wissen (z. B. PIN), Besitz (z. B. Karte) und Inhärenz (z. B. Fingerabdruck), um Transaktionen zu validieren und so das Betrugsrisiko zu verringern.
Welche Auswirkungen hat PSD2 auf Drittanbieter (TPPs)?
Die Verordnung bietet TPPs neue Chancen. Sie ermöglicht es ihnen, innovative Zahlungsdienste anzubieten und über offene APIs, die von Banken bereitgestellt werden, auf Kundenkontoinformationen zuzugreifen. Dies ermöglicht es TPPs, neue Produkte und Dienstleistungen zu entwickeln und so den Wettbewerb und die Auswahlmöglichkeiten für Kunden auf dem Markt zu verbessern.
